Die Landwirtschaft vor und nach dem Krieg

Börnecke um 1900

Seit vielen Generationen betreibt die Familie Klamroth auf der jetzigen Hofstelle Landwirtschaft. Vor dem Krieg bewirtschaftete Willy Klamroth senj. den Bauernhof mit seiner Frau Emmy (geb. Duerkop aus Sargstedt.) Die Eheleute hatten zwei Söhne, Kurt (geb. 1920)  und Willy (geb. 1923).

Der Hof war für damalige Verhältnisse durchaus solide aufgestellt. Im Laufe der Jahre konnten die Eigentumsflächen erweitert werden, im Jahr 1924 erfolgte der Anbau der unteren Scheune. Der zweite Weltkrieg forderte auch von den Klamroths harten Tribut. Kurt Klamroth war Leutnant einer Panzereinheit und fiel in der Schlacht um den Kurskower Bogen.

Willy Klamroth geriet 1944 auf der Krim in russische Kriegsgefangenschaft. Er galt als vermisst, erst viel später erhielten die Eltern ein Lebenszeichen von ihrem Sohn. Bis 1949 war Willy Klamroth dort interniert und musste gemeinsam mit seinen Kameraden  untern menschenunwürdigsten Verhältnissen in einem Bergwerk unter Tage schwer arbeiten. Bleibende gesundheitliche Schäden an Lunge und Herz blieben sein Leben lang die Folge.

Unbeschreiblich groß war die Freude über die Heimkehr des Sohnes am Reformationstag des Jahres 1949 für die Eltern.  Der Heimkehrer führte nun gemeinsam mit seinen Eltern den Hof.

Zwischenzeitlich setzte sich aber auch der Kollektivierungswahn immer mehr durch. Gezeichnet von den Ereignissen des Krieges, der Gefangenschaft und entsetzt vom kommunistischen System versuchte man die Zwangskollektivierung des eigenen landwirtschaftlichen Betriebes zu verhindern.

Im Jahr 1952 heiratete Willy Klamroth seine Marianne (geb. Voigtländer aus Westerhausen).

Im Jahr 1958 waren die Repressalien durch das Verhängen von Wirtschaftssanktionen so groß geworden das der Widerstand aufgegeben werden musste, wollte man nicht riskieren alles zu verlieren und gänzlich enteignet zu werden. Der Betrieb ging am 01.01.1959 mit allen lebenden und toten Inventar in die LPG Typ 3 ein.

Willy Klamroth arbeitete dann als LKW Fahrer und Trakorist, eine ihm mehrfach angebotene leitende Stellung lehnte er konsequent ab. Aus der Ehe gingen 3 Kinder hervor, Sohn Kurt, Tochter Brigitte und Sohn Rüdiger.

 

 

 

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